Etwas nur machen, weil es immer so war, tut mir nicht gut.

Aus einem Leben für Innovation. Ein Gastbeitrag von Romy Sigl.

Kannst du nicht einmal etwas ganz normal machen? Ja, könnte ich schon, mache ich auch immer wieder. Das Problem dabei ist, dass ich davon oft depressive Verstimmungen oder körperliche Schmerzen bekomme. Fazit: Etwas nur machen, weil es immer so war, tut mir nicht gut. So kam es, dass ich 2011 meinen Job bei einer renommierten Designagentur an den Nagel hängte und mir mein Umfeld, meinen Beruf und meine unabhängige Lebensgrundlage selbst schuf. COWORKINGSALZBURG war geboren. 

Ich empfinde das Umfeld als der Kreativität förderlich. Der lockere Austausch mit vielen netten Leuten aus den unterschiedlichsten Bereichen hilft dabei, auf neue Ideen zu kommen. Das ist zumindest ein gutes Klima für Innovationen – ist an sich aber nicht innovativ“, sagt etwa Daniel Ultsch, unter anderem Teil der „Ingenieure ohne Grenzen“ und seit einem Jahr Coworker. Eine Innovation ist erst dann eine Innovation, wenn etwas Neues auf Nachfrage stößt, so würde ich das mit meinen eigenen Worten beschreiben. 

Meine Co-worker finden es nicht besonders innovativ, bei uns zu sein. Sie haben sich daran gewöhnt, ein kreatives und unterstützendes Umfeld vorzufinden, und das ist gut so. 17 Dass es uns nach acht Jahren noch gibt und das völlig unabhängig, während über 60 Prozent aller Coworking Spaces weltweit nach ein paar Monaten wieder schließen müssen oder an einem Fördertopf hängen, verbuche ich als Erfolg. Es bedeutet, dass wir etwas Neues gemacht haben, das auch gelungen ist. Eine Innovation. Coworking ist immer eine „Wir“-Leistung. Danke an dieser Stelle an unsere Sonnenschein-Menschen, ihr seid unser Erfolgsgeheimnis.

In unserer Community gibt es noch weitere Eigenbauinnovationen, auf die wir stolz sein dürfen. Etwa das Social-Start-up fairMATCHING.com. Es wurde 2015 in unserer Küche geboren und unterstützt seit damals Menschen mit Fluchthintergrund bei der Arbeitssuche. In diesem Jahr konnten mit nur zwei Personal-Vollzeitäquivalenten rund 70 Menschen in den österreichischen Arbeitsmarkt integriert werden. Das AMS sowie das Land Salzburg haben diesen Wert erkannt und kooperieren seit zwei Jahren mit dem Verein.

Wir arbeiten immer an vielen Projekten. Manche von ihnen schlafen auf natürliche Weise von selbst wieder ein, andere überleben und wachsen. Besonders intensiv betreiben wir seit einem Jahr die GOOD NEWS Wochenschau. Ein Nachrichtenformat, das wir wöchentlich aus COWORKINGSALZBURG senden, um über all das Positive zu berichten, das in unserem Umfeld passiert. Wöchentlich laden wir dazu inspirierende Macher auf unser Gästesofa ein. Neben unseren Coworkern interviewten wir in den 45 Sendungen Persönlichkeiten wie Matthias Strolz, den aus Funk und Fernsehen bekannten Gerhard Rettenegger oder Uni-Professorin Christine Vallaster. 

Darüber, was aus unserem Coworking Beach am Wallersee, den dowhatyoulove-Seminaren, der Colearning-Schule als Alternative zur Grundschule und dem Start-up talkingbooks.at, einer Dialog- und Erfahrungsaustauschplattform, geworden ist, können wir gerne in fünf bis sieben Jahren berichten. Möglicherweise ist wieder eine Innovation dabei. Dowhatyoulove!

Romy Sigl

Über die Autorin: 

Romy Sigl ist Gründerin eines der ersten Coworkingspaces in einer „small market region“. Sie entwickelte und co-initiierte zahlreiche nationale und internationale Coworking Projekte, war Teil der Young Transatlantic Innovation Leadership Initiative während der Obama-Administration und wurde 2017 mit dem „Game Changer Award” der Wirtschaftskammer ausgezeichnet.

3 1 vote
RATING

Was denkst Du? Teile Deine Gedanken und Erfahrungen mit der Wemorrow Community!

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest

0 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x

Good Impact is our State of Mind. Und Deiner?

Eine gute Zukunft, braucht eine bessere Wirtschaft. Wir liefern wertvolle Inspirationen, praktische Lösungen und ehrliche Einblicke für die nachhaltige Transformation des Mittelstandes — am Weg zur Good Impact Economy.