Gutes tun im kognitiven Zeitalter

Obwohl der Begriff künstliche Intelligenz (KI) zweifellos missbraucht wird, dreht sich das Rad der technischen Innovationen immer schneller.

Von Luisa Brinkschulte

In unserer Konsumwelt sind Innovationen von zweifelhaftem Wert für eine fortschrittliche Gesellschaft. Wer braucht zum Beispiel einen „smarten“ Kühlschrank, der durch komplexe Algorithmen die Rezept- und Einkaufsplanung vereinfacht? Oder Autos, die zwar immer mehr Komfort und Spielereien bieten, aber immer noch mit fossilem Brennstoff angetrieben werden? Die konträren Einsatzbereiche von KI ziehen sich von der Gesundheitsversorgung bis hin zur Kriegsführung; KI hilft Menschen Musik zu komponieren; sie analysiert Ihren Lebenslauf, beurteilt Ihre Kreditwürdigkeit und optimiert die Fotos, die Sie mit Ihrem Smartphone aufnehmen. Kurz gesagt: KI trifft Entscheidungen, die sich auf Ihr Leben auswirken – ob es Ihnen gefällt oder nicht.

Der schnelle Anstieg von KI zwingt die Gesellschaft, sich neuen Bereichen zu stellen, in denen ethische und ökonomische Werte im Konflikt stehen, und wirft die Frage auf, in welche Richtung der technologische Fortschritt letztlich wünschenswert für die Gesellschaft ist. Um einen gesellschaftlichen (und nicht rein wirtschaftlichen) Fortschritt sicherzustellen, sollte meiner Meinung nach Ethik in den Design- und Entwicklungsprozess aller KI-Entwicklungen eingebettet werden. Durch die Anwendung dieses Prinzips ermöglichen es Watsons Deep-Learning-Mechanismen, seltene Krankheiten zu diagnostizieren und Ärzten die notwendigen Erkenntnisse zu liefern, um Patienten auf der ganzen Welt eine bessere Gesundheitsversorgung zu bieten. In Afrika wird durch IBMs Internet-of-Things-Technologien der Schutz gefährdeter Nashörner unterstützt, indem Bedrohungen vorhergesagt und so die Wildereien bekämpft werden.

Um einen gesellschaftlichen Fortschritt sicherzustellen, sollte Ethik in den Design- und Entwicklungsprozess aller KI-Entwicklungen eingebettet werden.

Unsere Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen erfordert visionäres Denken darüber, wie wir technologische Entwicklungen nutzen wollen. Für mich ist jede Person, die in irgendeinem Schritt an der Schaffung von KI beteiligt ist, verantwortlich für die Berücksichtigung der Auswirkungen des Systems auf die Welt, ebenso wie die Unternehmen, die in die Entwicklung investiert haben. Wir sollten uns bei allem, was wir entwickeln, fragen, welche Rolle diese Technologie bei der Verbesserung der Gesellschaft spielt. Wie hilft sie uns, sicher und gesund zu bleiben? Wie unterstützt sie unsere schwächsten Menschen und schützt unseren Planeten für zukünftige Generationen?

Luisa Brinkschulte_Portrait

Über die Autorin: 

Luisa Brinkschulte hat als preisgekrönte Sozial- Unternehmerin Maßstäbe in der naturwissenschaftlichen Bildung gesetzt und ein Beispiel für die Verbreitung eines NGO-Konzepts im Social Franchise geliefert. Ihre Kindersachbücher zum Thema sind Bestseller und gehören mittlerweile
in den Ausbildungskanon für Elementarpädagogen. Seit 2016 unterstützt und begleitet sie Start- ups vor allem im Technologiesektor
in verschiedenen Bereichen der Geschäftsführung und insbesondere in der Finanzierung. Die Alliance4Europe gemeinnützige GmbH leitet sie als geschäftsführende Gesellschafterin seit November 2018.
Aktuell arbeitet Luisa bei IBM als Advisory Solution Architect DTT (Data & Technology Transformation).

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