Wirtschaften ist für uns kein Selbstzweck.

Interview mit Christiane Wenckheim, Aufsichtsratvorsitzende der Ottakringer Getränke AG, über Mobilität, Energie und dem Zweck jenseits von Umsatzsteigerungen.

Liebe Christiane, die Themen Mobilität und Energie spielen auch bei euch eine große Rolle. Wie geht ihr bei Ottakringer mit aktuellen Fragestellungen und Herausforderungen um?

Mobilität gehört sicher zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Und wir wissen, dass Megatrends die Welt verändern und das zumeist langfristig und möglicherweise auch fundierter. Mittlerweile geht es in der Mobilität aber um mehr als nur von A nach B zu kommen, entscheidend sind die Themen Nachhaltigkeit, Gesundheit und natürlich das Fahrerlebnis selbst. Bei uns in der Unternehmensgruppe arbeiten wir konstant daran, in allem, was wir tun, noch nachhaltiger zu werden.

Setzt ihr spezielle Projekte im Unternehmen um? Wie siehst Du die gesellschaftliche Verantwortung einen jeden einzelnen? 

Es gibt beispielsweise ein Projekt, dass sich mit Themen rund um eine nachhaltigere Mitarbeitermobilität beschäftigt. Hier geht es darum, Anreize zu schaffen, damit nachhaltige Mobilität bevorzugt genutzt wird. Wir sind „mulitmobil“ geworden, spätestens seit der Pandemie sehen wir, dass Fahrrad, E-Roller, E-Bikes oder auch das zu Fuß gehen für Furore sorgen. Vor allem in den Städten sind Autos nicht mehr unbedingt notwendig, wo es doch Carsharing und öffentliche Verkehrsmittel gibt.

Bei den jüngeren Generationen zählt das Auto längst nicht mehr als Statussymbol oder wichtiger Gehaltsbestandteil. Das sehe ich auch bei meinen eigenen Kindern, das Bewusstsein für das eigene Wohlbefinden und eine saubere Umwelt ist enorm, sie sind viel kritischer, was ökologische Themen betrifft. Die jungen Menschen von heute legen Wert auf ihre Gesundheit und eine ausgewogene Worklife-Balance aber vor allem auch auf eine enkeltaugliche Zukunft.

 

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So entsteht eine Art Symbiose von Arbeiten, Wohnen und Freizeit. Ich versuche auch bewusster zu Leben und meinen Kindern gut zuzuhören, was sie bewegt und was die wesentlichen gesellschaftspolitischen Themen aus ihrer Sicht sind. Es ist wichtig, dass wir Erwachsenen diese neuen Wertigkeiten anerkennen und uns daran beteiligen. Nicht nur an den Diskursen, sondern und vor allem auch in unseren Handlungen.

Wohin geht die Reise?

Neues Denken und Handeln sind auch ein Teil dieser neuen, veränderten Mobilität – E-Autos oder Hybrid-Autos sind längst gängige Transportmittel mit Mehrwert, die stetig weiterentwickelt, optimiert und ökologischer werden, ebenso wie autonomes Fahren bald zur Normalität werden wird. Ich fahre schon lange ein Hybrid-Auto und bin sehr zufrieden damit, es ist umweltfreundlich und sorgt auch für ein einmaliges Fahrerlebnis. Nicht zu vergessen: „Mobil Work oder Home-Office“ haben enorm an Bedeutung gewonnen und sind mittlerweile nicht mehr aus dem Arbeitsalltag wegzudenken, auch dadurch wird sich das Mobilitätsverhalten zunehmend verändern. Mobilität ist eines der großen Zukunftsthemen, deren Innovationen uns neben mehr Umwelt- und Klimaschutz möglicherweise auch mehr Lebensqualität bringen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Ottakringer?

Wirtschaften ist für uns kein Selbstzweck. Letztlich hat unsere tägliche Arbeit nur dann Berechtigung, wenn sie nicht bloß der Umsatz- oder der Renditesteigerung dient, sondern unseren Mitmenschen sowie uns selbst Nutzen stiftet und Freude bereitet. Unser Ziel ist bleibende Werte zu schaffen. Deshalb denken wir langfristig – und was die Umwelt betrifft in Generationen.

Wir handeln aus Tradition und Überzeugung für eine nachhaltige Kultur im Unternehmen und betrachtet ihr Kulturengagement als Investition in ihr gesellschaftliches Umfeld. Nicht die Unterscheidung zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitszielen steht im Vordergrund, sondern die Betonung der Mensch-Umwelt-Kultur-Beziehung in ihrer Gesamtheit.

Natürlich achten wir vor allem auf die Bereiche Energie, Transport, Ressourcenverbrauch sowie auf Risiken in der Zulieferkette. Die „ökologischen Nachhaltigkeit” forcieren wir durch Reduktion der CO2-Emissionen, Einsparung von Verpackungsmaterialien und Kraftstoffen, Schonung der Wasserreserven sowie Effizienzsteigerung der Produktionsanlagen.

 

Ottakringer AG in Zahlen

— 58 Mio. Euro Umsatz
— 180 MitarbeiterInnen
— Brautradition seit 1837
— 2. größte Privatbrauerei Österreichs
— 427.000 Hektoliter Bier inkl. Export / Jahr
— 118 Meter tiefer hauseigener Brunnen
— 15 verschiedene Biersorten
— 250.000 Besucher / Jahr bei div. Events

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